Ehemaligen-Treffen sind eine tolle Sache. Trifft man nach langer Zeit aufeinander, wird meist viel erzählt, gelacht, geklotzt, getrunken und getanzt.

Vor 10 Jahren, auf meinem ersten Abi-Nachtreffen, konnte ich mit stolzgeschwellter Brust aus meinem coolen Leben berichten: abgeschlossenes Hochschulstudium; Fernreisen; neuer Job in einem großen Unternehmen inklusive vielversprechender Förderprogramme; Dienstwagen; coole Wohnung in der Stadt mit K;  schicker Freund. Es lief bei mir. Entsprechend wohl fühlte ich mich zwischen all den anderen angehenden Karriereristen und Powerfrauen.

 

Letztes Wochenende gab es wieder ein Jubiläum. 20 Jahre sind nun seit meinem Abschluss vergangen und das letzte Jahrzehnt hat mich deutlich geprägt und verändert. Nicht nur, dass ich geheiratet habe, zwei Kinder bekommen habe, mehrfach umgezogen bin und nun auf dem Land lebe. Nein, auch mein berufliches Leben hat sich komplett anders entwickelt, als gedacht.
Ich werde jetzt gar nicht ausholen und erklären, warum letztlich meine Elternzeit und weitere Faktoren dazu geführt haben, dass nun andere Personen in dem großen Unternehmen von der Nachwuchsförderung profitieren und ich mich entschieden habe, die prägenden Kleinkind-Jahre bei den Kids zu bleiben.
Ich finde das zwar selbst total interessant und lese extrem gerne Blogbeiträge über den Spagat zwischen Kind und Karriere. Ich habe aber festgestellt, dass es kein anderes Thema zwischen jungen Müttern gibt, welches so stark polarisiert und uns so angreifbar und verletzlich macht, dass darüber Freundschaften in die Brüche gehen können und viel Unverständnis auf beiden Seiten zurückbleiben kann.

Vielmehr wollte ich darauf hinaus, dass ich mich deutlich unwohler fühlte bei der Frage: „Und, was machst du so?“ als noch vor 10 Jahren. Kurioserweise fühle ich mich aber in meinem Leben viel wohler, als damals. Wie ist das möglich?
Ich hätte sagen können: „Danke, alles klar bei mir! Ich habe zwei großartige Kinder, wir sind alle gesund, leben mit der Natur, sind gut aufgestellt. Ich kann mich endlich kreativ ausleben und verbringe jeden Tag viel Zeit mit den Kids. Ich baue mir vielleicht gerade etwas Eigenes auf, ganz langsam, aber es wird schon werden. Und bei dir?“
Stattdessen habe ich rumgedruckst und mich dafür gerechtfertigt, dass ich mich gegen die Karriere und momentan erst einmal gegen ein klassisches Beschäftigungsverhältnis entschieden habe. Mitleidige Blicke im Hinblick auf meine geringe Rentenerwartung und auf meine finanzielle Abhängigkeit, auf mein Leben ohne Arbeitskollegen und auf das dauerhafte Anstarren der eigenen vier Wände, trafen mich.

Die vielen Einwände und Bedenken klingen mir noch immer im Ohr und was ich so interessant und postwürdig finde: sie kamen nur von Müttern. Wieso ist das so?
Einer meiner ehemaligen Klassenkameraden meinte zwischendurch in die Richtung, aus der ein paar dieser Pfeile geflogen kamen: Leben und leben lassen. Genau!

Wieso vergleichen wir uns als Mütter so stark und reiben uns so an den Wertvorstellungen der Anderen?
Ich meine, vor 10 Jahren hat mich niemand dafür kritisiert, dass ich durch den Job die Ökobilanz mit zigtausend gefahrenen KFZ-Kilometern und geflogenen Flugmeilen nachhaltig negativ beeinflusst habe. Ich habe auch nie ein schlechtes Wort darüber gehört, dass ich in meinem recht selbstbezogenen, urbanen Leben keinen wesentlichen Beitrag zur Gesellschaft geleistet habe.
Aber die Entscheidung für ein „HausMum-Dasein“ mit all seinen Möglichkeiten und Einschränkungen hat mich angreifbar gemacht. Und genauso geht es ja auch den vielen #WorkingMums da draußen, die sich rechtfertigen für ein großes Maß an Organisation, Kompromiss und Fremdbetreuung.
Unsichtbare Lager haben sich gebildet und die Schwächen der einen Seite werden genutzt, die der Eigenen zu kaschieren. Ich beobachte das oft in letzter Zeit und es gefällt mir nicht. Wir schlagen doch als Mütter nie individuelle Wege ein, sondern denken immer zuerst an die Kinder. Das eint uns doch eigentlich mehr, als dass uns unser unterschiedlicher Alltag trennt.

In 10 Jahren, wenn wir uns wieder treffen, werden wahrscheinlich andere Dinge im Fokus stehen. Ganz wesentliche Themen vielleicht, wie Gesundheit, Lebensqualität und Freizeitwert. Wir sind möglicherweise auch ein wenig entspannter und aus den Kinderschuhen unserer Elternzeit mit all seinen Umbrüchen und Entbehrungen heraus gewachsen. Mit dem passenden Trinkspruch sollten wir uns dann zuprosten:

 

Cheers!

 

 

 

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