Endlich Ferien!
Als Schulkind-Mami blicke ich mit einer gewissen Portion Respekt auf die vor uns liegende Zeit. Nun, wir schreiben Tag 5 der Sommerferien und es läuft gut soweit. Der Hörspielspeicher ist voll und noch nicht komplett durchgenudelt, die Sonne lacht und nur hin und wieder gibt es nichtigen Geschwisterkrach. An Tag 30 mag das schon anders aussehen, wer möchte es schon so genau wissen. 

Etwas Nordseeluft zwischendurch wird für die notwendige Abwechslung sorgen. Ich bin allerdings nicht besonders gut vorbereitet auf unseren kleinen, feinen Sommerurlaub. Während ich im letzten Jahr noch Spiele für lange Autofahrten plante und gemütliche Gurtkissen genäht habe, läuft es diesmal deutlich improvisierter ab. Der Umzug ins Eigenheim in den vergangenen Wochen hat jede Menge geistiger und körperlicher Kapazitäten verschlungen und gleichzeitig kistenweise Aufgabenstellungen hinterlassen, wie zum Beispiel: „Suche das Sandspielzeug“ oder „Finde das Pop-Up-Zelt“. 

Ausgepackt und in Betrieb genommen habe ich hingegen bereits mein neues Lieblingsspielzeug, einen Plotter. Aktuell kann ich gar nicht genug ausschneiden, entgittern, aufbügeln, zeichnen und kleben. Dachte ich beim Erwerb meines Dymos vor einigen Jahren noch, dass mein Hab und Gut nun professionell gelabelt sei, weiss ich jetzt wie schön Gewürzgläser tatsächlich markiert sein können.

Wäre da nur nicht die Tatsache, dass der Tag nur 24 Stunden hat und sich die ToDos stapeln, wie die unausgepackten Kartons auf dem Dachspeicher. Das traditionelle Vor-Reise-Shopping fällt aus Zeitgründen wohl flach, ich werde die luftige Kleidung aus den Vorjahren am Strand spazieren führen müssen.
Dem Plotter sei Dank kann ich mir aber zumindest jederzeit ein Basic-Shirt aus der Schublade urlaubsreif zaubern.
Hierzu eine kleine Anleitung mit meinen, zugegebenermaßen, äußerst überschaubaren Anfänger-Skills:

Materialien:
  • weißes Top
  • Plotterdatei
  • schwarze und weiße Flexfolie
  • Lineal oder Washi-Tape
  • Bügeleisen und Backpapier

Die Plotterdatei:

Meinem Brother-Plotter steht eine sehr intuitive Bearbeitungs-Plattform zur Verfügung, die CanvasWorkspace. Hier lassen sich anhand von Vorlagen oder in Freiform Dateien erstellen, die übers WLAN an den Plotter geschickt werden können. Mein Strandmotiv halte ich recht schlicht, da mir dies grundsätzlich am besten gefällt.

Der Schnitt:

Das fertige Motiv wird an den Plotter gesendet und kann dort sofort abgerufen werden. Da ich zwei unterschiedliche Farben verwende, plotte ich zunächst den schwarzen Schriftzug aus.
Hierfür lösche ich erst alle Bereiche, die später weiß erscheinen sollen und richte die schwarzen Schriften möglichst platzsparend aus. Wichtig ist, die Schriften zu spiegeln, da sie später spiegelverkehrt auf das Shirt aufgebügelt werden. Die Flexfolie muss mit der Trägerfolie nach unten auf die Matte aufgebracht werden und zuletzt noch der Halbschnitt aktiviert werden. Dieser stellt sicher, dass nur die Flexfolie, aber nicht der Träger geschnitten wird.
Piddelt man ein wenig an der Flexfolie, erkennt man schnell, auf welcher Seite sich der Träger befindet.

Um anschließend die weißen Bereiche zu schneiden, kehre ich zur Startseite des Plotters zurück und lade die Datei erneut. Diesmal lösche ich die schwarzen Schriftzüge und spiegele die Wellen. Auf die Schneidematte bringe ich nun die weiße Flexfolie auf und lasse das Plottermesser erneut arbeiten. Der Halbschnitt bleibt hierbei automatisch eingestellt.

Nach Ende des Schneideprozesses wird die Flexfolie vorsichtig vom Träger gelöst. Hierzu verwende ich ein kleines Tool, dass ich so oder ähnlich bisher nur vom Zahnarzt kannte.

Wärme-Transfer:

Erfahrenen Plotterern steht an dieser Stelle bestimmt eine Transferpresse zur Verfügung. Hiermit lassen sich die Schnitte sehr einfach und sauber auf Textilien übertragen. Für den Anfang soll es aber wohl auch ein Bügeleisen und fester Untergrund tun.

Mit einem Stück Washi-Tape markiere ich mir den Brustbereich, so dass der Plott seinen richtigen Platz findet. Nur nach Augenmaß platziert, hängt die Schrift schnell auf Bauchnabelhöhe, so habe ich mir direkt das erste Top ruiniert. Mit einem Lineal messe ich den Abstand der einzelnen Schriften zueinander ab.

Ich bügele zunächst die schwarzen Buchstaben fest. Hierbei verwende ich ordentlich Hitze und Druck. Als Untergrund dient ein fester Tisch und eine Bügelmatte. Das Bügeleisen schütze ich, indem ich etwas Backpapier über die Folie lege. Nach etwa einer Minute Bügelei wende ich das Shirt und presse von der anderen Seite die Folie fest. Nach einer weiteren Minute lässt sich der Träger abziehen und die Flexfolie hat sich fest mit dem Stoff verbunden.
Ist alles abgekühlt, platziere ich die helle Folie auf dem Shirt und wiederhole die Heißpresse.

Fertig!

Ich habe das Top schon mehrfach bei 30 Grad gewaschen, der Plott hält bombenfest.

Vielleicht finde ich in unseren Umzugskisten noch Badeanzüge, Strandlaken oder Taschen im Schrank, die eine urlaubsgerechte Aufhübschung vertragen könnten, denn…

Eure Animami

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