Einige Projekte schaffen es tatsächlich nicht unter meine Nähmaschine, weil mir die passenden (beschichteten) Stoffe fehlen. Gewachste Stoffe sind doch meist teurer oder nicht so hübsch wie ihre unbeschichtete Konkurrenz.
Ich fände es ideal, wenn ich jeden, von mir mit Liebe und Sorgfalt ausgesuchten Baumwollstoff auch bei der Herstellung von Kosmetiktäschchen oder Kulturbeuteln verwenden könnte.
Also habe ich mich auf die Suche gemacht, mit welchen Methoden sich Stoffe beschichten lassen. Drei davon habe ich ausprobiert und stelle Sie Euch heute vor.

Lamifix:

Der Klassiker der Stoffbeschichtung. Eigentlich habe ich wenig Gutes darüber gelesen oder gehört. Interessiert hat es mich trotzdem, zumal der hiesige Stoffladen genug davon auf der Rolle hatte.


Lamifix wird ganz ähnlich wie Vlieseline verarbeitet. Für ein gutes Ergebnis ist es wichtig, sich an die genaue Anleitung des Herstellers zu halten. Da man bei der Bestellung im Online-Shop allerdings oft nur den Stoff (ohne Verpackung bzw. Anleitung) erhält, habe ich die Arbeitsschritte einmal in einem kleinen PDF zusammengefasst.

Ich habe das Lamifix also nach Vorgabe auf meinen Baumwollstoff aufgebügelt und gut auskühlen lassen. Das hat wunderbar funktioniert und die Schicht hat sich gleichmäßig mit dem Stoff verbunden.

Der Wassertest ist eindrucksvoll. Die Tropfen perlen ab, der Stoff bleibt trocken.
Er wirkt nun deutlich fester als zuvor, lässt sich aber unter der Nähmaschine, auch mit dem Standardnähfuß, gut verarbeiten.

Leider lässt sich der Lamifix-Stoff nicht in der Waschmaschine reinigen. Eine vorsichtige Handwäsche ist hingegen kein Problem.

Buchschutzfolie:

Zunächst fand ich die Vorstellung recht eigenartig, Buchschutzfolie auf Stoff zu bügeln. Aber mit der richtigen Technik lässt sich ein tolles Ergebnis erzielen!

Ich habe meinen Baumwollstoff zunächst mit Buchschutzfolie beklebt. Unter den Stoff und über die Folie habe ich dann jeweils einen Bogen Backpapier gelegt und los gebügelt. Mit viel Hitze, Druck und etwas Zeit verbindet sich die Folie fest mit dem Stoff. Nach ca. 5 Minuten habe ich das Stoff-Backpapier-Sandwich gewendet und die Unterseite ebenfalls fest, heiß gebügelt.
Ihr solltet unbedingt bei geöffnetem Fenster bügeln, denn das einschmelzende Plastik ist deutlich zu riechen. 

Das Ergebnis ist toll! Der Stoff fühlt sich fester an, allerdings zieht die Plastikschicht richtig in das Gewebe ein und legt sich nicht auf, wie beim Lamifix zuvor.
Das Wasser perlt ab und der Stoff lässt sich problemlos weiter verarbeiten.

Der beschichtete Stoff übersteht auch Handwäsche unbeschadet, leider jedoch keine Reinigung in der Waschmaschine.

Imprägniermittel:

Als Drittes habe ich ein Imprägniermittel aus der Drogerie ausprobiert. Nach Anleitung lässt sich dieses mit einem getränkten Schwamm auftragen und soll dann an der Luft trocknen.

Nach dem ersten Durchgang war ich nicht hundertprozentig von der wasserabweisenden Wirkung überzeugt. Also habe ich den Vorgang wiederholt und den Stoff weitere zwei Stunden trocknen lassen.

Super! Das Wasser perlt ab und mein Stoff lässt sich toll weiter verarbeiten. Im Gegensatz zu den anderen beiden Methoden fühlt sich die Baumwolle nahezu genauso an, wie im unbehandelten Zustand. Der Hersteller gibt an, dass der Stoff auch bei 30°Grad in der Maschine waschbar ist.

FAZIT:

Alle drei Methoden haben mich positiv überrascht. Jede funktioniert!


Die Einarbeitung mit dem Imprägniermittel hat den immensen Vorteil, dass es auch bei fertigen Projekten nachträglich aufgetragen werden kann.

Ich würde beim nächsten Mal ein „lebensmittelechtes“ Imprägniermittel verwenden, um den beschichteten Stoff bedenkenlos auch für Lunchboxen, Tischsets oder ähnliches verwenden zu können.

Lebensmittelecht funktioniert auch die Beschichtung von Stoffen mit Bienenwachs. Ich denke, ich werde beides einmal testen und berichten.
Also, bis bald:-)


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