Vor ungefähr zwei Jahren zückte an der Supermarktkasse vor mir eine Frau ihr Portemonnaie, welches aus der Verpackung einer Milka-Schokolade hergestellt war. Ich fand das toll, wäre jedoch, damals noch in Ermangelung einer eigenen Nähmaschine, nie darauf gekommen, diese Geldbörse selbst nähen zu können.
Neulich aber fiel es mir wieder ein und dank meiner liebsten, digitalen Pinnwand habe ich ausreichend Inspiration erhalten, wie solche Geldbörsen, Täschchen oder Kulturbeutel genäht werden können.
An einigen Verpackungen habe ich es ausprobiert und zeige Euch heute, wie es funktioniert.

Die Materialien:

Es eignen sich alle möglichen Umverpackungen aus stabilerem Material.

Der Zuschnitt:

Die Außenseite besteht aus zwei, gleich großen Teilen. Bei den meisten Verpackungen müsst Ihr hierfür nur alle vier Kanten mit einem Rollschneider gerade öffnen und schon könnt Ihr Vorder- und Rückseite verwenden.
Schokoladenpackungen haben allerdings häufig bereits in der Mitte der Rückseite eine Knick-Öffnung, so dass Ihr Euch die Vorder- und Rückseite zunächst sinnvoll zurecht schneiden und kleben müsst.

Als nächstes trimmt Ihr zwei Stücke Buchschutzfolie in der Größe der Außenteile. Das Aufkleben ist etwas kniffelig und mir nicht immer gut gelungen. Um Blasen und Knicke zu reduzieren hilft es, die Folie mit einem Lineal von der Mitte nach außen glatt zu streichen.

Die zwei Baumwollstücke für das Innenfutter schneidet Ihr mit Hilfe eines Außenteil-Musters zu.

Der Reißverschluss:

Der zugeschnittene oder passende Reißverschluss wird mit der rechten Seite nach unten auf die rechte Vorderseite der Verpackung gelegt. Darauf kommt mit der rechten Seite nach unten ein Teil des Innenfutters. Das Ganze wird sehr vorsichtig festgeclipst, denn es verrutscht durch die Folie sehr schnell.

Öffnet den Schieber zu 2/3, wählt einen langen Geradstich (bei meiner Maschine 4,5) und montiert das Reißverschluss-Füßchen. Jetzt wird der Reißverschluss angenäht. Zusätzlich wird dieser anschließend noch von der Oberseite festgesteppt.

Die Fertigstellung:

Legt nun das Vorderteil vor Euch und die Verpackungs-Rückseite rechts auf rechts darauf. Achtet darauf, dass die Kante des Reißverschlusses mit der Oberkante des Rückteils abschließt.
Legt nun noch unter das gesamte Sandwich das zweite Baumwollstück mit der rechten Seite nach oben. Die Kanten vom Baumwollstück, Reißverschluss und Rückteil liegen gerade übereinander und werden festgeclipst.

Das festgesteckte Teil wird nun wie zuvor festgenäht und der Reißverschluss ebenfalls erneut von oben abgesteppt.

Legt anschließend Innenteil auf Innenteil, Außenteil auf Außenteil und steckt alles gut fest. Der Reißverschluss-Schieber wird bis zur Mitte geöffnet. Näht alles rund herum fest, wobei im Innenfutter eine Wendeöffnung von mind. 7 cm verbleibt. Vor dem Wenden kürzt Ihr mit einer Schere die Nahtzugabe.

Durch Wende- und Reißverschluss-Öffnung wird das Täschchen gewendet. Formt die Ecken gut aus und schließt die Wendeöffnung mit einem geraden Stich. Fertig ist das Täschchen!

Ich habe einige Verpackungen ausprobiert, viel Schokolade gegessen und finde, es funktioniert mit allen gleichermaßen gut. Ohne Buchschutzfolie allerdings reißen die Packungen bei der ersten Naht!
Je nach Größe lassen sich die Täschchen für unterschiedliche Zwecke verwenden. Eine M&M-Tasche fungiert aktuell auf jeder Gassi-Runde als Leckerli-Beutel, das Rittersport-Täschchen als kleine Geldbörse.
Aus einer Chips-Tüte ließe sich bestimmt auch ein cooler, kleiner Turnbeutel nähen oder eine Kulturtasche für den nächsten Kurztripp.

Viel Spaß beim Nachnähen!

Animami



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